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Sonne im Tank

Solarthermische Kraftwerke mit Speicher machen Sonnenenergie auch bei Dunkelheit verfügbar. Dazu müssen jedoch extreme Hitze und geschmolzenes Salz unter Kontrolle gebracht werden.

10.08.2026 Text: Robert Habi Grafik: 3st kommunikation
Solarthermische Kraftwerke mit Speicherkapazität können auch nach Sonnenuntergang weiterhin Energie liefern.

Rotierende Windräder und lichtverwöhnte Photovoltaikanlagen erzeugen erneuerbare Energie. Doch bei Flaute und Dunkelheit versiegen die Quellen – dann braucht es Speicher, um die Versorgung zu gewährleisten. In sonnenreichen Regionen können solarthermische Kraftwerke beides verbinden: Energieproduktion und -speicherung.

Die Technologie dahinter wird als Concentrated Solar Power mit integrierter thermischer Energiespeicherung bezeichnet. Moderne Anlagen sind meist als Solarturmkraftwerke konzipiert: Zehntausende Spiegel bündeln die Strahlen der Sonne und richten sie auf einen Solarturm. An dessen Spitze wird ein Wärmeträgermedium erhitzt. In der Regel ist das Flüssigsalz; es kann besonders hohe Temperaturen aufnehmen. Der Clou: Die Energie lässt sich so kostengünstig in Tanks speichern und auch nachts zu einem Dampferzeuger für die Stromproduktion transportieren.

Weltweit sind laut dem US-amerikanischen National Renewable Energy Laboratory solarthermische Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 10,7 Gigawatt in Betrieb oder im Bau. Allein in China soll bis 2030 die installierte Leistung 15 Gigawatt betragen – das entspricht 15 großen Kohlekraftwerksblöcken.

Anspruchsvolle Prozesse

Verfahrenstechnisch sind Solarturmkraftwerke eine Herausforderung. „Je heißer das Wärmeträgermedium, desto effizienter kann Sonnen- in Wärmeenergie und schließlich in Strom umgewandelt werden“, sagt Song Li, Industriemanager bei Endress+Hauser China. Deshalb muss auch die Messtechnik mit Temperaturen von über 550 Grad Celsius klarkommen, mit hohen Drücken und den korrosiven Eigenschaften des Salzes. „Endress+Hauser ist der einzige Hersteller, der Messgeräte für alle Parameter rund um das Wärmeträgermedium sowie für den Wasser- und Dampfkreislauf anbietet“, sagt Song Li. Im größten Projekt, das Endress+Hauser bislang ausgerüstet hat, sind weit über 3.000 Sensoren im Einsatz – und sorgen so mit für die nötige Betriebssicherheit und einen höchstmöglichen Wirkungsgrad.

Erneuerbare Energie

Bewegliche Spiegel reflektieren das Sonnenlicht auf einen Empfänger an der Spitze eines Solarturms.

1. Solarturm

Bewegliche Spiegel reflektieren das Sonnenlicht auf einen Receiver an der Spitze des Solarturms. Dort wird zirkulierendes Flüssigsalz durch die konzentrierte Strahlung erhitzt. Temperatur- und Durchflussmessungen stellen einen optimalen Wärmeaustausch sicher.

Messgeräte erfassen kontinuierlich Füllstand und Temperaturverläufe.

2. Speichertanks

Das auf bis über 550 Grad erhitzte Flüssigsalz fließt in isolierte Speichertanks. Um die Betriebssicherheit zu gewährleisten sowie den Energiegehalt und den Ladezustand zu bestimmen, wird der Füllstand erfasst und auch die Temperatur in mehreren Schichten.

Füllstandsmessungen tragen dazu bei, einen sicheren und zuverlässigen Turbinenbetrieb zu gewährleisten.

3. Turbine

Zur Stromproduktion überträgt ein Dampferzeuger die thermische Energie des Flüssigsalzes auf Speisewasser und treibt mit dem Dampf eine Turbine an. Hier verhindern Füllstandsmessungen unter anderem, dass Kesselwasser in den Überhitzer oder die Turbine verschleppt wird.

Dampf- und Wasseranalysesysteme überwachen die Wasserqualität, um den Kreislauf frei von Verunreinigungen zu halten.

4. Speisewassertank

Der Abdampf der Turbine wird abgekühlt und wieder dem Speisewassertank zugeführt. Analysesysteme überwachen die Wasserqualität und halten so den Wasser- und Dampfkreislauf frei von Verunreinigungen. Das steigert die Effizienz und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.

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