1 Präzise Daten bilden den Ausgangspunkt
Ob digitale Prozesse, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit oder Kreislaufwirtschaft: Ohne präzise und zuverlässige Daten laufen Transformationsprojekte ins Leere. Daten geben Einblicke in Prozesse, decken Effizienzpotenziale auf und machen Fortschritte messbar. Fehlerhafte oder unzuverlässige Daten führen nach dem Prinzip „Garbage in, garbage out“ zu falschen Entscheidungen oder ineffizienten Prozessen. Mit der Investition in Datenqualität wie in präzise und zuverlässige Messtechnik legen Unternehmen das Fundament für erfolgreichen Wandel. Interessanter werden vor diesem Hintergrund Sensoren, die im Prozess Qualitätsparamater in Echtzeit überwachen: So zeigte der Auftragsfertiger Lonza, wie er mit Raman-Spektroskopie Bioprozesse optimiert. Und auch neue Einblicke in bestehende Anlagen sind möglich. Die Masco Group Automation präsentierte, wie sie mit nicht-invasiver Messtechnik IIoT-Lösungen in validierten Anlagen der Life-Sciences-Industrie realisiert.
2 Digitalisierung schafft sofort Mehrwert
Intelligente Messgeräte liefern abseits des Messwerts eine Fülle an Daten, die Rückschlüsse auf den Sensor und den Prozess erlauben. Mit digitaler Kommunikation wie dem HART-Protokoll, PROFIBUS, Ethernet APL, IO-Link, Wireless-Technologien oder bald Single Pair Ethernet kann die Prozessindustrie diesen Datenschatz heben. IIoT-Ökosysteme und digitale Anwendungen machen es möglich, Daten in Informationen zu verwandeln, indem sie Daten verarbeiten, in den richtigen Kontext setzen und visualisieren. Der Nutzen zeigt sich sofort – in mehr Effizienz, Sicherheit und Qualität. Der Spezialchemikalienhersteller Nouryon demonstrierte, wie er an einem Standort mit Sensordaten und digitalen Modellen die Kalibrierintervalle verlängerte und damit Anlagenstillstände verringerte. Ein Beispiel aus den USA zeigte, wie eine Abwasseraufbereitungsanlage mit 1.200 Messgeräten dank Digitalisierung mit nur zwei Technikern auskommt – auch, weil Fehlerdiagnose und Störungsbehebung aus der Ferne möglich sind.
Kunden, Partner und Expertinnen von Endress+Hauser zeigen in kompakten Podiumsdiskussionen, wie Transformation vom Business Case bis zur Umsetzung gelingt.
In über 20 Insight Sessions haben Kunden und Partner von Endress+Hauser Einblicke gegeben, wie sie mit den großen Herausforderungen der Prozessindustrie umgehen.
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3 KI findet den Weg in die Praxis, ist aber kein Allheilmittel
Künstliche Intelligenz ist das Versprechen unserer Zeit. Sie soll komplexe Probleme lösen und die Automatisierung von Anlagen durch kontinuierliche Vorhersagen auf ein neues Niveau heben. Die Insight Sessions beim Global Forum 2026 verdeutlichten: Mittlerweile ist KI in der Prozessindustrie mehr als ein Hype – sie findet den Weg in die Praxis. Eine KI-Lösung für die Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft stellte das französische Unternehmen Purecontrol vor. Sie ermittelt auf Basis von internen und externen Daten optimale Regelungsstrategien. Diese werden dann in der speicherprogrammierbaren Steuerung umgesetzt. In über 600 Anlagen wurden damit bereits Leistung und Energieeinsparungen maximiert; etwa im Belüftungsprozess von Kläranlagen. Aber: KI ist kein „Plug & Play“. Sie muss erst ihren wirtschaftlichen Nutzen beweisen, Vertrauen gewinnen – und vor allem braucht sie die richtigen Daten. Zudem ist KI nur ein Werkzeug unter vielen. Je nach Herausforderung sind einfachere, regelbasierte Ansätze – also klassische Algorithmen ohne lernende Komponenten – oft die passendere Lösung.
4 Nachhaltigkeit zahlt sich aus
Um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, setzen Unternehmen verstärkt auf Prozessoptimierung. Dadurch verringern sie nicht nur ihren Energie-, Wasser- und Rohstoffverbrauch, sondern zugleich die Kosten auf Anlagenebene. Welch großen Effizienz-Potenziale es gibt, zeigen Projekte verschiedener Anlagenbauer: In der Life-Sciences-Industrie wurden durch die Optimierung einer Anlage zur Herstellung von Wasser für Injektionszwecke Einsparungen in Millionenhöhe über die gesamte Lebensdauer der Anlage erzielt. In CIP-Prozessen in Brauereien reduziert eine neue Lösung die Zahl der Reinigungszyklen um 30 Prozent. Gleichzeitig führt Nachhaltigkeit zu gänzlich neuen Technologien und Geschäftsmodellen. Ein Beispiel ist Streamline Innovations. Das US-Unternehmen wandelt mit einem neuen Verfahren Schwefelwasserstoff chemisch in elementaren Schwefel um und macht so die Schwerindustrie umweltfreundlicher. Vor zehn Jahren gestartet, ist es heute ein Unternehmen mit über 100 Millionen Dollar Jahresumsatz.
5 Innovation braucht heute Co-Creation
Die Welt wird immer komplexer, neue Technologien entwickeln sich rasant und alles ist miteinander verknüpft: Deshalb kann kein Unternehmen den Wandel allein bewältigen. Es braucht Co-Creation, um transformative Produkte und Lösungen schnell zu entwickeln und gemeinsam Werte zu schaffen, von denen alle Beteiligten profitieren. In der Prozessindustrie wird die Kollaboration auf Augenhöhe zwischen Sensorherstellern, Anlagenbauern, Automatisierern, Endkunden und weiteren Partnern zum entscheidenden Hebel. Sie löst klassische Lieferantenbeziehungen ab und ist durch Transparenz, das Teilen von Wissen sowie Vertrauen geprägt. Als Ergebnis ist eine bessere Planung entlang der gesamten Lieferkette möglich. Kunden erhalten dadurch Produkte und Lösungen, die ihren Bedürfnissen entsprechen – und Unternehmen senken das Entwicklungsrisiko.