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Energie vom Windbaum

Ein innovatives Kleinkraftwerk erzeugt bei Endress+Hauser Liquid Analysis umweltfreundlich Strom

Es ist ein kleines Öko-Kraftwerk für die Stadt: Endress+Hauser Liquid Analysis hat in Gerlingen einen Windbaum in Betrieb genommen. Er ist fast zehn Meter hoch, hat einen metallenen Stamm und Windturbinen aus grünem Kunststoff, die großen Blättern gleichen. Bei einer Leistung von 4.000 Watt produzieren sie pro Jahr 3.200 Kilowattstunden Strom – genug, um einen Ein-Personen-Haushalt zu versorgen.

Windbaum bei Endress+Hauser Liquid Analysis in Gerlingen. ©Endress+Hauser

Ein Windbaum speist die Elektrotankstelle von Endress+Hauser Liquid Analysis in Gerlingen.

Die blattförmigen Turbinen des Windbaums. ©Endress+Hauser

Die blattförmigen Turbinen sind 85 Zentimeter hoch und drehen sich selbst bei lauem Wind.

Klein, aber oho

Im Vergleich zu einem normalen Windrad erscheint das wenig. Das kleine Kraftwerk bietet aber entscheidende Vorteile: Seine Größe macht eine Installation im urbanen Umfeld möglich. Zudem sind die 54 Mini-Turbinen so konstruiert, dass sie nahezu geräuschlos arbeiten und alle Windarten nutzen können. Dazu gehören auch verwirbelte Luftströmungen, wie sie in Städten oft auftreten. Bei üblichen Windverhältnissen kann das Kleinstkraftwerk somit Schätzungen zufolge 320 Tage im Jahr laufen.

Effizienz im Blick

„Der Windbaum ist für uns ein sichtbares Bekenntnis zum verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen“, sagt Manfred Jagiella, Geschäftsführer von Endress+Hauser Liquid Analysis. Schon seit vielen Jahren setzt das Unternehmen auf ein nachhaltiges Energiekonzept: Im Rahmen eines Aus- und Umbaus wurde die Gebäudetechnik auf Energieeffizienz ausgelegt. Seither wird diese ständig weiter optimiert. Für das Energie-Management wurde das Unternehmen nach ISO-Norm 50001 zertifiziert.

Nachhaltig clever

Kernstück des Konzepts ist ein Erdgas-Blockheizkraftwerk, das Strom sowie die komplette Wärme für den Standort liefert. Letztere wird bei Bedarf in Kälte umgewandelt. Frischluft kommt über Erdkollektoren ins Gebäude. Die ins Fundament integrierten Röhren wärmen im Winter die Außenluft an und kühlen sie im Sommer vor. Die Glasfassade ist für eine hohe Isolation besonders beschichtet. Begrünte Dachflächen verbessern das Gebäudeklima.

Ökostrom für E-Autos

Eine Photovoltaikanlage ist ebenfalls installiert. Ihre elektrische Energie fließt in eine innovative Redox-Flow-Batterie, die wiederum eine Elektrotankstelle am Standort versorgt. Auch der vom Windbaum erzeugte Strom wird dort eingespeist und kommt somit der umweltfreundlichen Mobilität zugute. „Damit fahren unsere eigenen Elektrofahrzeuge und die der Besucher mit klimaschonend und autark produzierter Energie“, erklärt Manfred Jagiella.