Endress+Hauser wächst weltweit stark

Bilanz 2007: Firmengruppe steigert Umsatz um 13 Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro und schafft mehr als 800 Arbeitsplätze

Endress+Hauser ist 2007 erneut überdurchschnittlich gewachsen. Die Firmengruppemit Sitz im schweizerischen Reinach (Kanton Basel-Landschaft) steigerte den Umsatzum 13,0 Prozent auf 1,113 Milliarden Euro und das Vorsteuer-Ergebnis um 20,4 Prozentauf 146,1 Millionen Euro. Das Unternehmen investierte 94,8 Millionen Euro insein weltweites Netzwerk aus Produktion und Vertrieb, ein Plus von 19,4 Prozent. 810 neue Arbeitsplätze zeugen von der dynamischen Entwicklung. Ende 2007 beschäftigte Endress+Hauser 7.855 Menschen, 11,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

 

"Viele Unternehmen der Automatisierungsbranche haben sich im vergangenen Jahr vergleichbar gut entwickelt", sagte Firmenchef Klaus Endress bei der Präsentation der Bilanz in Basel. "Für Endress+Hauser aber war es bereits das vierte Jahr in Folge mit starkem Wachstum." Das Unternehmen lag wiederum über dem Durchschnitt der Branche, die nach Schätzungen im Mittel zwischen 10 und 11 Prozent zulegte. "Das zeugt vom Gewinn weiterer Marktanteile", stellte Klaus Endress fest.

 

Weltweit gute Entwicklung

Die Geschäfte des Messtechnik- und Automatisierungsspezialisten entwickelten sich glänzend. Mit einem Plus von 15,1 Prozent war die Dynamik im asiatisch-pazifischen Raum wieder am stärksten. China, Südostasien und Australien wuchsen zweistellig. Europa liegt mit 14,5 Pro­zent fast gleichauf. Neben Wachstumsmärkten wie Russland, Polen und Tschechien trugen auch Italien, Großbritannien, die Schweiz und insbesondere Deutschland - für Endress+Hauser weiterhin der mit Abstand größte Markt - stark zu diesem Erfolg bei. "Dies zeigt, wie gut die großen europäischen Exportnationen aufgestellt sind", erklärte Michael Ziesemer, auf Gruppenebene verantwortlich für Vertrieb und Marketing.

 

Groß war das Wachstum auch in Afrika, wo sich sowohl Südafrika als auch die vom französischen Sales Center betreuten Maghreb-Staaten sehr gut entwickelten. Lediglich für den amerikanischen Kontinent weist Endress+Hauser einen Rückgang der Verkäufe um 0,6 Prozent aus. Der Wertverlust des US-Dollars verfälscht jedoch das Bild: In lokalen Währungen wuchs das Unternehmen in den Vereinigten Staaten, Mexiko, Chile und Brasilien zweistellig. "Drei unserer sechs größten Märkte liegen inzwischen außerhalb Europas", stellte Michael Ziesemer fest. Nach Deutschland und den USA ist China inzwischen die Nummer drei in dieser Liste, gefolgt von Italien, Frankreich und Japan.

 

Öl- und Gasbranche, Metallurgie und Kraftwerkstechnik trugen absolut gesehen am meisten zum Wachstum bei. "Hier schlagen sich die hohen Energiepreise direkt nieder", erklärte Klaus Endress. Doch auch in der Folge dieses Booms wird weiter stark investiert. In vielen Erdöl-Förderländern werden entlang der Wertschöpfungskette neue Industrieanlagen aufgebaut, in den Industrieländern bestehende Produktionen erweitert und modernisiert. Immer häufiger wickeln Generalunternehmer den Bau neuer Anlagen ab. Endress+Hauser wird dieser Entwicklung durch neue Strukturen gerecht. Kompetenzzentren rund um die Welt kümmern sich gezielt um große Kundenprojekte. Überdurchschnittlich gewachsen ist wiederum das Geschäft mit Dienstleistungen und Automatisierungslösungen. "Alle diese Entwicklungen bestärken uns in unserer strategischen Ausrichtung", betonte Klaus Endress.

 

In Rumänien übernahm das Unternehmen 2007 die bisherige Vertretung, in der Türkei wurde ein eigenes Sales Center eröffnet. Im April 2008 gründete Endress+Hauser eine eigene Vertriebsniederlassung in Venezuela. Nach dem Nahen Osten gibt es nun auch in Zentralasien ein eigenes Support Center. Es betreut vom kasachischen Almaty aus Kundenprojekte in der rohstoffreichen Region und koordiniert die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. "In nächster Zeit wollen wir auch im mittelamerikanischen Raum ein solches Support Center einrichten", kündigte Klaus Endress an. In Südafrika stärkte Endress+Hauser durch den Kauf des Temperaturmesstechnik-Spezialisten Pyrotemp Services seine Stellung. Das Sales Center Frankreich übernahm den Messtechnik-Dienstleister PB Mesures, um sein Servicegeschäft auszubauen.

 

Klaus Riemenschneider (links), Präsident des Verwaltungsrates, und Klaus Endress, CEO der

Endress+Hauser Gruppe.

 

 810 Stellen neu geschaffen

"Wir wollen nahe bei unseren Kunden sein", erklärte Klaus Endress. "Nur so können wir sie zuverlässig, schnell und flexibel bedienen, überall auf der Welt." Dies sichere die Standorte in Europa und schaffe neue Arbeitsplätze rund um den Globus. Alleine im vergangenen Jahr kamen 810 Stellen hinzu (plus 11,5 Prozent). Ende 2007 zählte Endress+Hauser 7.855 Mit­ar­beiterinnen und Mitarbeiter. Prozentual war der Zuwachs im asiatisch-pazifischen Raum am stärksten. Doch auch in der deutsch-französisch-schwei­ze­ri­schen Region um Basel, in der zum Stichtag 4.042 Menschen für die Firmengruppe arbeiteten, wurden 301 Stellen neu geschaffen.

 

In der Produktion stieß Endress+Hauser trotz des Ausbaus der europäischen und außereuropäischen Standorte immer wieder an die Kapazitätsgrenzen. Der Mangel an Facharbeitern, Ingenieuren und Informatikern machte es schwer, offene Stellen rasch zu besetzen. "Die Zusammenarbeit mit Hochschulen gewinnt vor diesem Hintergrund an Bedeutung", sagte der Firmenchef. So unterstützt Endress+Hauser derzeit beispielsweise vier junge Männer aus Japan, die an der Universität Karlsruhe Maschinenbau studieren. In Kanada stattete das Unternehmen das Labor einer technischen Fachhochschule mit moderner Messtechnik aus. Ungebrochen ist das Engagement der Firmengruppe in der betrieblichen Ausbildung. Daneben startete 2007 die Endress+Hauser Masterclass, die die internen Personalentwicklungsprogramme vernetzt und um neue Trainingsinhalte auf Gruppenebene ergänzt. "Wir brauchen nicht zuletzt für unsere Wachstumsmärkte Führungskräfte, die unsere Firmenkultur mit Leben erfüllen", so Klaus Endress.

 

Wechselkurse belasten die Geschäftszahlen

"Die Entwicklung der Wechselkurse hat unsere Geschäftszahlen für 2007 stark beeinflusst", erklärte Fernando Fuenzalida, im Vorstand der Firmengruppe zuständig für Finanzen und Con­trolling. Insbesondere der US-Dollar, Leitwährung in vielen wichtigen Märkten, gab gegenüber dem Euro stark nach - im Jahresverlauf um 9,0 Prozent. "In Schweizer Franken ist unser Umsatz um 17,9 Prozent gestiegen", verdeutlichte Fernando Fuenzalida die Auswirkungen.

 

Die hohen Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten belasteten die Erfolgsrechnung. Die Ausgaben für Material und Fremdleistungen wuchsen um 20,0 Prozent auf 330,4 Millionen Euro. Dies wurde teilweise wettgemacht durch eine auf hohem Niveau nochmals gesteigerte Produktivität. Das Unternehmen konnte sein Betriebsergebnis (EBIT) deutlich stärker als den Umsatz um 19,4 Prozent auf 146,4 Millionen Euro verbessern, das Ergebnis vor Steuern (EBT) sogar um 20,4 Prozent auf 146,1 Millionen Euro. Die gegenüber dem Vorjahr veränderte regionale Zusammensetzung des Vorsteuerergebnisses führte zu einer niedrigeren Steuerlast, so dass das Ergebnis nach Steuern um 22,8 Prozent auf 106,1 Millionen Euro wuchs.

 

Investitionen in Rekordhöhe

Die Firmengruppe bewältigte 2007 Investitionen in Höhe von 94,8 Millionen Euro, 19,4 Pro­zent mehr als im Vorjahr (siehe separaten Text). "Für das nächste Jahr planen wir sogar ein Volumen von 120 Millionen Euro", sagte Fernando Fuenzalida. Die Finanzkraft der Firmengruppe ist ungebrochen, trotz der um 5,0 Prozent auf 63,1 Millionen Euro erhöhten Bankdarlehen. Ihnen stehen flüssige Mittel von 141,3 Millionen Euro (plus 9,1 Prozent) gegenüber. Die Eigenkapital­quote konnte Endress+Hauser - trotz einer um 14,0 Prozent auf 897,5 Millionen Euro gewachsenen Bilanzsumme - um 2,2 Punkte auf 58,7 Prozent steigern. "Das ist für unsere Branche ein ungewöhnlich hoher Wert", verdeutlichte Fernando Fuenzalida.

 

Im vergangenen Jahr reichte Endress+Hauser 182 Patentanmeldungen erstmals ein - noch einmal drei mehr als 2006. Etwa 3.900 "lebende" Patente und Patentanmeldungen schützen das geistige Eigentum der Firmengruppe, so Dieter Schaudel, in der Firmengruppe verantwortlich für Technologie, Technik und Informatik. Aus technologischer Sicht ist die nahtlose Integration der Feldgeräte noch immer das beherrschende Thema. "Wir sind überzeugt, dass offene Systeme und standardisierte Schnittstellen bei unseren Kunden den höchsten Nutzen schaffen", bekräftigte Dieter Schaudel. Große Beachtung in der Branche erregte die Öffnung der von Endress+Hauser entwickelten Memosens-Technologie für andere Anbieter. Das revolutionäre System soll in der Analysenmesstechnik zu einem Industriestandard werden. Mit Hamilton Bonaduz, einem Hersteller hochwertiger pH-Sensoren, schloss Endress+Hauser bereits einen entsprechenden Vertrag, mit weiteren Interessenten verhandelt das Unternehmen noch.

 

Wachstum auch im laufenden Jahr

Vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten und Börsen sowie der ungünstigen Entwicklung der Wechselkurse rechnet Endress+Hauser für 2008 mit einer verhalteneren Entwicklung. "Wir haben uns ein Ziel von 8 Prozent Umsatzwachstum vorgenommen", erklärte Klaus Endress. "Dies wird - nicht zuletzt wegen des Kursverfalls des US-Dollars - nicht leicht zu erreichen sein." Im ersten Vierteljahr verzeichnete das Unternehmen gutes, wenn auch im Vergleich zu 2007 geringeres Wachstum. Die USA und insbesondere Japan blieben bislang hinter den Erwartungen, der europäische Markt entwickelte sich jedoch gut. "Wir sind mit dem Auftragseingang im Plan", sagte Klaus Endress. "Sorgen bereitet uns die Kosten­entwicklung." Der steigende Aufwand für Material und Personal sowie der auch von den Wechselkursen beeinflusste Verfall der Margen drücken den Gewinn.

 

Veränderungen im Executive Board der Firmengruppe

Das Executive Board der Endress+Hauser AG steht vor Veränderungen. Dieter Schaudel, Chief Technology Officer (CTO) und Chief Information Officer (CIO) der Firmengruppe und seit vielen Jahren in verantwortlichen Positionen für Endress+Hauser tätig, wird Ende Juni 2008 mit Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand treten. "In nahezu 26 Jahren bei Endress+Hauser hat Herr Schaudel eine Menge für das Unternehmen bewegt - auf dem Gebiet der Strategie, der Technologie, der Informatik, des Patentwesens und der Öffentlichkeitsarbeit", sagte Klaus Endress. "Dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet."

 

Dieter Schaudels Verantwortungsbereich wird künftig aufgeteilt. Pieter de Koning wird sich ab 1. September 2008 auf Gruppenebene um Logistik, Informatik und Organisation kümmern. Der 47-Jährige hat Maschinenbau studiert und besitzt einen zusätzlichen Abschluss in Betriebswirtschaft mit Vertiefungsrichtung Informatik und Logistik. Der gebürtige Niederländer war für verschiedene Unternehmen in den Bereichen Logistik, Supply Chain Management und Produktion tätig. Zuletzt arbeitete er in der pharmazeutischen Industrie.

 

Nach einem Verantwortlichen für die verschiedenen Product Center der Firmengruppe wird noch gesucht. "Wir wollen das Executive Board verstärken und damit den Erfordernissen unseres stark wachsenden Unternehmens gerecht werden", sagte Klaus Endress. Über die neue Struktur und die Besetzung wird Endress+Hauser zu gegebener Zeit informieren.

 

Die Endress+Hauser Gruppe

Endress+Hauser ist einer der international führenden Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für die industrielle Verfahrenstechnik. Mit rund 8.000 Beschäftigten erwirtschaftet die Firmengruppe mehr als 1,1 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

 

Struktur
Eigene Sales Center sowie ein Netzwerk von Partnern stellen weltweit kompetente Unterstützung sicher. Product Center in elf Ländern erfüllen die Wünsche der Kunden schnell und flexibel. Eine Holding in Reinach/Schweiz koordiniert die Firmengruppe. Als erfolgreiches Unternehmen in Familienbesitz will Endress+Hauser auch künftig selbstständig und unabhängig bleiben.

 

Produkte
Endress+Hauser liefert Sensoren, Geräte, Systeme und Dienstleistungen für Füllstand-, Durchfluss-, Druck- und Temperaturmessung sowie Flüssig­keitsanalyse und Messwertregistrierung. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden mit automatisierungstechnischen, logistischen und informationstechnischen Dienstleistungen und Lösungen. Die Produkte setzen Maßstäbe im Hinblick auf Qualität und Technologie.

 

Branchen
Die Kunden kommen überwiegend aus den Branchen Chemie/Petro­chemie, Nahrungs- und Genussmittel, Wasser/Abwasser, Life Sciences, Öl und Gas, Energie, Grundstoffe, Papier und Zellstoff sowie Schiffbau. Sie gestalten mit Unterstützung von Endress+Hauser ihre verfahrenstechnischen Abläufe zuverlässig, sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich.

 

Geschichte
Endress+Hauser wurde 1953 von Georg H. Endress und Ludwig Hauser gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich konsequent vom Spezialisten für Füllstandmessung zum Anbieter von Komplettlösungen­ für die industrielle Messtechnik und Automatisierung. Gleichzeitig wurden ständig neue Märkte erschlossen.

 

  

Kontakt

Monique Juillerat                                 

Corporate Director Public Relations        

Endress+Hauser AG              

Kägenstrasse 2

4153 Reinach BL 1

Switzerland


E-mail:       monique.juillerat@holding.endress.com

Telefon:    +41 61 715 77 29

Fax:          +41 61 715 28 88

 
Seite drucken  |   Seite weiterempfehlen  |   Zu Favoriten hinzufügen
Allgemeine Funktionen

Bilddaten-Download